Dr. Piturru erklärt, warum eine Tierarztpraxis für viele Katzen Stress bedeutet und wie man mit dem richtigen Training dem Besuch in der Praxis den Schrecken nehmen kann.
Viele Katzenhaltende kennen das Problem: Der Besuch in der Tierarztpraxis ist für Katzen oft extrem unangenehm – und nicht nur das, auch für Katzenhaltende ist der jährliche Pflichttermin oft eine nervliche Zerreißprobe.
Der Beitrag zum Nachlesen:
Warum ist der regelmäßige Tierarztbesuch wichtig?
Regelmäßige Tierarztbesuche (1x im Jahr, bei Senioren mit Vorerkrankung besser alle 6 Monate) sind wichtig, weil sie weit mehr leisten als nur Krankheiten behandeln. Sie haben viele Funktionen:
- Regelmäßige Checkups zur Früherkennung von Krankheiten
- Beratung zu Haltung und Ernährung
- Impfungen und Schutz vor Parasiten
- Kontrolle von Zähnen, Haut und Fell
Regelmäßige Tierarztbesuche sichern das Wohlbefinden und die Lebensqualität des Tieres, da Krankheiten in einem frühen Stadium meist besser behandelbar sind und auch kostengünstiger zu behandeln sind.
Warum ist ein Tierarztbesuch für viele Katzen so unangenehm?
Bei vielen Katzen erzeugt der Tierarztbesuch tatsächlich großes Unbehagen. Typische Gründe sind:
1) Ungewohnte Umgebung: Neue Gerüche, fremde Tiere, unbekannte Menschen und ungewohnte Geräusche (z. B. Hunde, das Miauen anderer Katzen, Gerätegeräusche) können beängstigend wirken.
2) Transport und Autofahren: Viele Katzen verbinden schon die Transportbox und das Autofahren mit Stress, Übelkeit oder Enge.
3) Wartezeit: Im Wartezimmer riechen sie die Angst anderer Tiere und das verstärkt ihre eigene Anspannung.
4) Körperliche Untersuchung: Festhalten, Abtasten, Fieber messen oder Blutabnehmen fühlen sich vor allem für Katzen bedrohlich an, weil sie die Kontrolle verlieren. Manche Handlungen sind unangenehm oder leicht schmerzhaft, was das Vertrauen erschwert.
5) Negative Erfahrungen: Wenn ein Tier einmal bei einer Behandlung Schmerzen erlebt hat, merkt es sich das. Schon der Geruch oder Anblick der Praxis kann dann Stress auslösen.
Katzen haben außerdem ein starkes Bedürfnis nach Sicherheit und der Möglichkeit, im Notfall entkommen zu können. Im Behandlungsraum fühlen sie sich „gefangen“, was Angstreaktionen verstärkt. Ein Tierarztbesuch ist für viele Tiere mit Kontrollverlust verbunden.
Bei negativer Vorerfahrung potenziert sich dann dieser Effekt beim erneuten Besuch in der Praxis, da dieser dann unangenehme Erinnerungen weckt.
Wie erkenne ich, ob der Praxisbesuch bei meiner Katze starkes Unbehagen auslöst?
- Körperhaltung: geduckt, eng an den Körper gezogene Beine, gesträubtes Fell
- Mimik: große Pupillen, gespannte Gesichtsmuskeln, angelegte Ohren
- Lautäußerungen: zB: Fauchen, Knurren, tiefes Grollen, Schreien
- Verhalten: sich verstecken, in der Box „unsichtbar“ machen, plötzliches Erstarren oder panische Fluchtversuche
- Körperreaktionen: starkes Hecheln was bei Katzen ein klares Stresssignal ist, Urin- oder Kotabsatz in der Box
- Mimik:
große Pupillen, gespannte Gesichtsmuskeln, angelegte Ohren - Lautäußerungen:
zB: Fauchen, Knurren, tiefes Grollen, Schreien
Körperhaltung:
geduckt, eng an den Körper gezogene Beine, gesträubtes Fell
- Verhalten:
sich verstecken, in der Box „unsichtbar“ machen, plötzliches Erstarren oder panische Fluchtversuche - Körperhaltung:
geduckt, eng an den Körper gezogene Beine, gesträubtes Fell
Generell muss man beachten, dass Tiere oft entweder durch Angriff oder Flucht oder Erstarren reagierten. Manche Tiere wirken sehr still – aber gerade das kann ein Zeichen für großes Unbehagen sein.
Wie kann ich meinem Tier den Besuch in der Tierarztpraxis erleichtern?
Es gibt verschiedene Ansätze, die man kombinieren kann, je nach Tier, Schweregrad und Situation. Training & Gewöhnung sind die Basis, Ergänzungsfuttermittel können sanft unterstützen.
Training & Gewöhnung
- Boxtraining / Transporttraining: Die Katze langsam an Box und Auto gewöhnen, positive Verknüpfung mit Leckerchen, Spiel oder Futter.
- Tierarzbesuch üben: sogenanntes „Medical Training“ zuhause: Pfoten anschauen, Maul öffnen, kurz festhalten (mit Belohnung). So verliert die Untersuchung den „Schrecken“.
- Praxis positiv erleben lassen: Nur mal in die Praxis fahren, ins Wartezimmer gehen, ein Leckerli geben, wieder heimfahren – selbstverständlich das Ganze ohne Behandlung.
- Ruhige Begleitung: Halter sollte selbst entspannt bleiben, Tiere merken sofort Nervosität.
Medikamente können zum Einsatz kommen, wenn Training und Ergänzungsfutter alleine nicht ausreichen. Dies darf aber nur in Absprache mit dem Tierarzt oder der Tierärztin erfolgen. Falsch eingesetzt, können manche Beruhigungsmittel Angst sogar verstärken bzw. mit starken Nebenwirkungen einhergehen.
Dr. med. vet. Pasquale Piturru
Dr. Pasquale Piturru ist Fachtierarzt für Kleintiere und Verhaltenskunde. Er ist regelmäßig Referent für Fortbildungen für Tierärzt:innen und Hundetrainiernde. Er arbeitet in einer Praxis in Norddeutschland.
Unser Produktsortiment für Hunde und Katzen:
- Zylkene® unterstützt bei kurzfristig herausfordernden Situationen wie Tierarztbesuch, Autofahren, laute Geräusche, oder Training
- Zylkene® plus ist das Mittel der Wahl bei längerfristig herausfordernden Situationen, wie Alleinebleiben, Umzug oder allgemeines Verhaltenstraining
- Verantwortlich sind natürliche Inhaltsstoffe: das aus Milchprotein gewonnene hydrolysierte* Kasein sowie in Zylkene® plus (hydrolysiertes*) Fischprotein.
- Zylkene® und Zylkene® plus ist für Hunde und Katzen geeignet.
*hydrolysiert = aufgespalten


