SOZIALISIERUNG UND TRAINING

KLARE REGELN UND LIEBEVOLLE ERZIEHUNG VON ANFANG AN

Wie Katz und Hund? Liebevolle Erziehung ist wichtig für ein harmonisches Zusammenleben. Und das gilt nicht nur für den Hund – sondern auch für die Katze.

Warum auch Kätzchen Sozialverhalten lernen müssen

Die Sozialisierung von Katzen oder gar deren Training ist entgegen aller anderslautenden Gerüchte sehr wohl möglich – und beginnt quasi am Tag der Geburt durch die Katzenmutter. Unter ihrer Obhut oder an ihrem Beispiel lernen kleine Kätzchen alles, was sie fürs Leben brauchen. Wer sich ein Kätzchen ins Haus holt, sollte daher unbedingt darauf achten, dass diese wichtige Phase der Sozialisierung nicht zu früh unterbrochen wird.

Wie bei jedem Säugetier sind auch Kätzchen in den ersten Lebenswochen vollkommen von der Mutter abhängig. Sie hilft den blinden und tauben, winzigen Neugeborenen, die Zitzen zu finden, sie leckt die Kätzchen, um sie sauber zu halten und die Ausscheidungen zu stimulieren, sie bringt die Jungen in ein anderes Nest, wenn sie es für richtig hält. Öffnen die Kätzchen im Alter von zwei Wochen die Augen und beginnen, sich und ihre Umgebung zu erkunden, lernen sie unter dem Schutz der Katzenmutter den Umgang mit den Wurfgenossen.

Nach drei Wochen beginnt für Katzen das erste „Training

Mit ca. drei Wochen werden aus den ersten Spielversuchen soziale Spiele, das erste Training fürs Katzenleben beginnt. Katzenmütter mit Freilaufmöglichkeit bringen jetzt zuerst frisch erlegte, dann noch lebende Mäuse an. Denn das Jagdverhalten ist zwar angeboren, aber der richtige Tötungsbiss will dann doch geübt und gelernt sein.

Katzenwäsche bringt die Katzenmutter bei

Ab der vierten Woche werden die Kätzchen dann langsam entwöhnt. Da es gut vier Wochen dauern kann, bis sie von fester Nahrung leben können, sollten Kätzchen auch keinesfalls vor der siebten Woche von der Mutter getrennt werden. Verantwortungsvolle Züchter warten sogar bis zur 13. Woche. Neben der Entwöhnung findet nämlich eine weitere Phase der Sozialisierung statt: Die Kätzchen lernen am Beispiel der Mutter, was eine ordentliche Katzenwäsche ist und was es bedeutet, stubenrein zu sein.

Zwischen Jagdtraining und Kuscheln mit dem Menschen

Sie üben mit den Wurfgenossen Beute beschleichen, anspringen oder packen. Die Mutter haut buchstäblich mit der Pfote dazwischen, wenn das Spiel zu wild wird. Sie sorgt aber auch dafür, dass die Kätzchen immer die geeignete Umgebung für ihre Übungen haben, in Form von größeren Nestern, weiträumigeren Spielflächen oder auch Gelegenheiten, die Krallen beim Klettern zu schärfen und die Muskeln beim Springen zu stärken.

Hat die Katzenmutter ein entspanntes Verhältnis zu den Menschen ihrer Umgebung, sind die Kätzchen jetzt schon längst an diese seltsamen Wesen gewöhnt, mit denen sich auf der einen Seite so gut spielen lässt, die aber überhaupt nicht verstehen, wie toll Schaukeln in der Gardine sein kann…

In den ersten Lebenswochen lernen Katzen-Welpen sprichwörtlich fürs Leben. Was sie in dieser Zeit erleben, legt den Grundstein für ihr Verhalten als erwachsene Katzen. Nur wenn sie als Kätzchen einen positiven Umgang mit Artgenossen und Menschen gelernt haben, werden sie auch als ausgewachsene Tiere eine entspannte Haltung gegenüber ihresgleichen an den Tag legen und dem/ihrem Menschen mit Zutrauen begegnen.

Der Mensch übernimmt Erziehung und Training

Der angehende Katzenmensch tut daher gut daran, ein Kätzchen nicht zu früh von der Mutter zu trennen, nur weil es gerade jetzt so niedlich ist. Im Gegenteil: Nimmt er das immer noch niedliche, etwas ältere Kätzchen zu sich, müsste er sich an dieser Stelle eigentlich bei Mutter Katze für die solide Erziehung bedanken – und diese in ihrem Sinne fortsetzen. Das Kätzchen, das jetzt im Haus herumtollt, bringt alle Voraussetzungen mit, um zu lernen, was es darf und was unerwünschte Verhaltensweisen sind. Dem Katzenmenschen obliegt, mit der gleichen Geduld und Konsequenz wie Mutter Katze bei der weiteren Erziehung vorzugehen.

Katzen lassen sich trainieren und sozialisieren, mit ein paar Tricks

Dass man Katzen nicht erziehen kann, ist ein weit verbreiteter Irrglaube. Sogar wahre Katzenfans kapitulieren zuweilen vor manchen Vorhaben. Die Wahrheit ist aber: Katzen lieben es zu lernen und zur trainieren, vor allem, wenn es ihnen schmackhaft gemacht wird und/oder einfach Spaß macht. Ein spielerischer Lernansatz in Verbindung mit dem Lieblingsleckerli zur Belohnung für erwünschtes Verhalten wird daher wahre, wenn auch vorhersagbare Wunder wirken. Ein bisschen wie bei uns Menschen auch.

Hundesozialisierung & Training fängt beim Welpen an … und hört niemals auf

Hunde lernen ein Leben lang. Die Meinungen gehen dabei auseinander, ob Erziehung, Training und Sozialisierung eher beim Welpen, oder beim erwachsenen Hund greift. Die Antwort darauf ist nicht eindeutig. Tatsächlich kann dies auch beim erwachsenen Hund noch sehr gut funktionieren. Jedoch hat es ebenfalls Vorteile, früh anzufangen, sodass schon der Welpe die wichtigsten Dinge fürs Leben lernt.

In der achten bis 16. Lebenswoche gilt der junge Hund als besonders lernfähig und –willig, ein guter Zeitpunkt, mit Sozialisierung und Training zu beginnen. Ein junger Hund sollte deswegen in dieser Zeit seines Lebens z.B. lernen, stubenrein zu werden, alleine daheim zu bleiben ohne Schuhe anzuknabbern, an der Leine Gassi zu gehen und die wichtigsten Befehle zu befolgen. Gleichzeitig braucht er positive Erfahrungen mit Menschen, Artgenossen, anderen Tieren, Straßen, dem Tierarzt, dem Autofahren und nach Möglichkeit allem anderen, was ihm im späteren Leben begegnen kann, machen. Denn was der Welpe lernt, dient dem Hund als Erfahrung.

Hundetraining? Einfach. Positive Erfahrungen? Schwierig.

Nun ist das mit der Leinenführigkeit und den Befehlen einigermaßen klar: Mit Geduld, gutem Zureden, Leckerli, Clickertraining und unter Einbeziehung des Spieltriebs lernt der junge Hund, erwünschtes Verhalten allein Zuhause oder an der Leine von unerwünschtem zu unterscheiden oder sich auf das passende Kommando hin auf seine vier Buchstaben zu setzen.

Schwieriger ist es mit den positiven Erfahrungen. Denn hier wird die angestrebte Sozialisation vom Menschen gern mit der Gewöhnung verwechselt. Im Grunde geht es natürlich darum, dass der Welpe all das, was da „im wahren Leben“ auf ihn einstürmt, kennenlernen soll: Er soll die verschiedenen Situationen einschätzen lernen und sich idealerweise auch ein passendes Verhalten angewöhnen, statt in Angstzustände oder Aggressionen zu verfallen. Katzen beäugen, aber nicht jagen, zum Beispiel. Dazu reicht es aber leider nicht, den Hund von einer Situation in die andere zu bringen und ihm im Eiltempo alles zu zeigen. Im Gegenteil ist Reizüberflutung eher etwas, was an sich ins Trainingsprogramm gehört, damit das Tier auch damit zurechtzukommen lernt. Um mit einer Situation einmal richtig umgehen zu können, muss der Welpe sie aber erleben.

Welpen gelassen an besondere Situationen heranführen

Das bedeutet: Für eine solide Sozialisation sollte Herrchen oder Frauchen den Welpen mit Sorgfalt an bestimmte Situationen und Begegnungen heranführen und Gelegenheit dem Welpen Gelegenheit geben, sich unter dem Schutz der Bezugsperson in die Situation einzufinden. Das A und O dabei: Der Welpe muss seinem Hundemenschen vertrauen und der Hundemensch muss so viel von seinem Welpen verstehen, dass er einschätzen kann, bis wann das Tier die Situation selbst meistern kann oder ab wann er Unterstützung braucht.

Zum Welpentraining gehört eine ausgeglichene Katze

Um beim Beispiel mit der Katze zu bleiben, sollte der Welpe im Rahmen seines Trainings Bekanntschaft mit einer eher ausgeglichenen Katze machen können, die nicht sofort faucht und kratzt, wenn er sie zum Kennenlernen beschnuppern möchte. Der Hundebesitzer beobachtet das Geschehen und das Verhalten seines Welpen genau und im Falle eines Falles greift er ein: D.h. Welpe und Katze auseinanderbringen, wenn die Katze sich so verhält, als würde sie dem Welpen gleich die Kralle über die Nase ziehen. Der Welpe soll ja positive Erfahrung machen. Gleiches gilt natürlich auch für die Begegnung mit anderen Hunden. Der erste „Sparringspartner“ sollte mit Bedacht gewählt sein.

Welpen-Training endet nicht nach einem Erfolg

Bedenken Sie bei all dem Training aber immer auch, dass der Lernprozess mit dieser einen positiven Begegnung nicht beendet ist. Im Idealfall lernt der Hund etwa: wenn ein anderer Hund kommt, bleibe ich „cool“ und biete so keine Angriffsfläche. Vor vollkommen neuen und damit unbekannten Situationen schützt aber auch das beste Training nicht.

Training und Sozialisierung beim erwachsenen Hund gilt bei einigen Hundebesitzern als aussichtslos. Allerdings kann auch ein älteres Tier sich noch etwas neues aneignen, denn dass ein Welpe unmöglich alles lernen kann, scheinen auch Hunde zu wissen. Sie hören mit dem Lernen einfach nie auf. Das heißt, dass auch der erwachsene Hund noch gezielt Erfahrungen sammeln kann, um mit unbekannten Situationen umzugehen.

Erziehung eines älteren Hundes kann einfacher sein als die eines Welpen

Vor allem fällt Training und Sozialisierung bei einem älteren Exemplar leicht, wenn Herrchen und Frauchen herausbekommen haben, was des Hundes liebste Belohnung ist: Leckerli, Spielen, Apportieren, Schmusen etwa. Da der erwachsene Hund im Normalfall bereits die Regeln des Zusammenlebens mit dem Menschen erlernt hat, kann die Erziehung eines erwachsenen Hundes sogar einfacher sein als die eines Welpen. Im Fall von Versäumnissen beim Welpen, lassen sich jetzt außerdem frühere Erziehungsfehler „ausbügeln“, Sozialisationsdefizite nachholen oder auch die Folgen nicht angemessener Hundehaltung korrigieren.

Training neuer Verhaltensweisen mit Fingerspitzengefühl angehen

Dabei gilt es zu beachten, dass dem Hund ziemlich sicher nicht „bewusst“ ist, dass das, was lange Zeit normal war, nun plötzlich unerwünscht ist. Der Hundemensch braucht also Fingerspitzengefühl, um den Hund „umzutrainieren“ ohne ihn zu verunsichern. Vor allem, wenn der Hund durch falsche Haltung verhaltensauffällig geworden ist. In solchen Fällen ist es enorm hilfreich, die Vorgeschichte des Hundes in Erfahrung zu bringen, um daraus zu schließen, wieso er aggressiv ist, beißt, bellt oder Gegenstände zerstört.

Selbst der kleinste Hund braucht Training, Sozialisierung und Regeln

Über eines sollten sich Herrchen und Frauchen immer im Klaren sein: Selbst der kleine Chihuahua stammt vom Wolf ab und ein paar Charaktereigenschaften schlummern auch in diesem kleinen Exemplar. Auch wenn der Hund sich besser als jedes andere Tier dem Menschen angepasst und anvertraut hat, bleiben ihm doch ein paar Charaktereigenschaften aus der Wolfszeit erhalten. Das heißt: Selbst des Chihuahuas Rudel – seine Menschen und er – brauchen in den Augen des Hundes Hierarchien und Regeln.

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