STÄNDIGES PFOTENLECKEN

PFOTENLECKEN – WAS KANN ES BEDEUTEN?

Dass Hunde Pfoten lecken ist etwas ganz Normales: Es dient schlicht der allgemeinen Pflege. Anders sieht es aus, wenn die Hundepfoten andauernd beleckt werden. Übermäßiges Lecken kann sowohl physische als auch psychische Gründe haben bzw. diese begünstigen. Denn da Hunde sich an den Pfoten nicht kratzen können, wenn diese jucken, sorgen Lecken und Benagen und natürlich der dabei abgesonderte Speichel für Linderung. Der Speichel trägt zur Minderung des Juckreizes bei und wirkt zudem kühlend. Diese wohltätige Wirkung setzt Endorphine (Botenstoffe) im Hirn frei, so dass Lecken ein Glücksgefühl auslöst. Das wiederum kann dazu führen, dass der Hund seine Pfoten leckt, einfach nur, um dieses Glücksgefühl zu erhalten. Bei Hunden, die nicht ausgelastet sind, beim Alleinsein unter Langeweile leiden oder Ängste haben, kommt das häufiger vor. Das beständige Lecken zerstört allerdings die Hautbarriere, so dass Entzündungen oder eindringende Keime, Pilze oder Bakterien den Juckreiz und damit den Leckreiz verschlimmern.

Körperliche Erkrankungen und Verhaltensprobleme können sich also bedingen und in einer Art Wechselwirkung steigern, so dass mehrere Faktoren am Jucken und Lecken schuld sind. Sie sollten daher sehr aufmerksam auf das allgemeine Verhalten und die Körpersprache Ihres Hundes achten, wenn er beginnt, sich trotz ausreichend Spannung, Spaß und Spiel oder eines sonst ausgeglichenen Wesens beim Alleinsein häufiger als gewöhnlich die Pfoten zu lecken. Die folgenden 10 klinischen und psychischen Ursachen gehören zu den wahrscheinlichsten Verursachern des verstärkten Leckreizes:

10 GRÜNDE FÜR DAS PFOTENLECKEN

Natürlich bekommen auch Hunde Allergien. Für einen Juckreiz an den Pfoten sind oft Kontaktallergien verantwortlich. Das heißt meist, der Hund läuft über etwas, das die Allergene enthält, die eine Allergie auslösen. In Wohnräumen sind das im Allgemeinen die in Teppichreinigern oder Weichspülern enthaltenen Chemikalien. Im Außenbereich sorgt Streusalz für Jucken und Brennen. In aller Regel schafft das Weglassen der Chemikalien bzw. ein gründliches Reinigen der Pfoten nach dem Spaziergang schnell Abhilfe.

Bei langhaarigen Hunden sollte die Behaarung zwischen den Pfotenballen regelmäßig kontrolliert und gegebenenfalls gekürzt werden. Das zu lange Fell verfilzt und wird zu schmerzenden Knoten, die den Leckreiz direkt oder über das Verursachen von Entzündungen der Haut auslösen.

Leckt der Hund unentwegt nur an einer Pfote, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass ein Fremdkörper in ihr steckt. Neben spitzen Gegenständen wie Nadeln, Nägel, Scherben, Dorne und anderem können sich im Winter auch Streugut und im Sommer Getreidegrannen in die Hundepfote bohren oder sich gar schon im Gewebe verkapselt haben. Gelingt es dem Hund nicht, die Fremdkörper durch Lecken zu entfernen, versuchen Sie es vorsichtig mit einer Pinzette oder Zugsalbe – im Falle eines Falles hilft der Tierarzt meist mit einem kleinen Schnitt, den Störenfried zu entfernen.

Da Hautpilze die Haarfollikel schädigen, wird ein Hautpilzbefall meist durch kreisrunden Haarausfall an den Pfoten, aber auch den Gliedmaßen ersichtlich. Außer den Pilzen an sich lösen auch die durch den Befall verursachen Infektionen den Juckreiz aus. Um den Pilz und die richtige Behandlung z.B. durch Shampoos oder Salben eindeutig zu identifizieren, legt der Tierarzt Kulturen an, die nach einigen Tagen, maximal drei Wochen Ergebnisse liefern. Während dieser Wartezeit sollten Sie etwas Vorsicht walten lassen und auch alle anderen tierischen und menschlichen Bewohner des Haushalts im Auge behalten, da Hautpilze ansteckend sind.

Malasezzia ist ein Hefepilz, der meist auf der Hundehaut und damit auch den Hundepfoten lebt, ohne dem Hund Probleme zu verursachen. Ist jedoch die Hautflora durch übermäßiges Lecken, eine Allergie, hormonelle Störungen oder auch durch Züchtungs-spezifische Hautfalten (das gilt z.B. für Möpse oder Shar Peis) beeinträchtigt, vermehrt sich Malasezzia und führt zu Juckreiz. Zur Diagnose nimmt der Tierarzt mit einem Klebestreifen Hautzellen von der betreffenden Stelle (etwa zwischen den Zehen). Mit einem speziellen Shampoo ist der Verursacher dann schnell wieder eingedämmt. Falls nicht, muss nach anderen Ursachen gesucht werden. Ansteckend sind Hefepilze glücklicherweise nicht.

„Erwachsene“ Herbstgrasmilben (Trombicula autumnalis) sind für einen Hund ungefährlich. Saugen sich allerdings die Larven der Spinnentiere an einer Hundepfote fest, hinterlassen sie ein Speichelsekret, das Jucken und damit einen Leckreiz hervorruft. Herbstgrasmilben lassen sich unter dem Mikroskop nachweisen und mit einem Antiparasitikum relativ einfach wieder loswerden.

Der kleine Unfall, bei dem die Kralle abgebrochen ist, bleibt vom Hundebesitzer oft genauso unbemerkt wie die Verletzung der Kralle selbst. Für den Hund kann eine abgebrochene oder abgerissene Kralle aber sehr schmerzhaft sein. Beständiges Lecken oder auch Humpeln zeigen an, dass die Pfote genauer untersucht werden sollte. Nötigenfalls vom Tierarzt.

Demodexmilben leben hauptsächlich in Talg- und Schweißdrüsen und Haarfollikeln und verursachen von dort aus die Demodikose. Diese sogenannte parasitäre Hauterkrankung führt außer zu starkem Juckreiz auch zu Hautrötungen und Haarausfall. Sind die Verursacher unter dem Mikroskop nachgewiesen, können sie wie alle Spinnentiere auch erfolgreich bekämpft werden.

Wie bereits angesprochen, tritt vermehrtes Lecken der Pfoten auch bei sensiblen, ängstlichen, zur Nervosität neigenden, gelangweilten oder nicht ausgelasteten Hunde auf. Ohne die Tiere über Gebühr zu vermenschlichen, lässt sich das mit Fingernagelkauen vergleichen. Der Ursache kommen Sie meist leicht anhand der Umstände auf den Grund und sollten ihr mit gezieltem Training entgegenwirken. Aber auch der Tierarzt oder Verhaltenstherapeuten kann helfen.

Entzündungen der Zwischenzehenhaut, auch Zwischenzehenabzesse genannt, entstehen, wenn Pfotenprobleme dazu führen, dass Haarschäfte in tiefere Hautschichten gelangen und dort ähnliche Reaktionen verursachen wie Fremdkörper. Die so verursachten Hautrötungen, Bläschen oder gar Abszesse sind schmerzhaft und veranlassen den Hund zum vermehrten Belecken der Pfoten. Abhilfe schaffen Salben, Antibiotika oder auch Bäder.

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