MEIN HUND ZITTERT

Bei manchen Hunderassen liegt das Zittern sozusagen im Blut. Hunde ohne Unterwolle oder Nackthunde oder die zierlichen Chihuahuas zittern verständlicherweise schnell vor Kälte; die ursprünglich für die Jagd gezüchteten Terrier stehen sozusagen dauernd unter Strom und bauen die Spannung durch Zittern ab. Zudem neigen kleine Hunde generell mehr zum Zittern als große: die Welt ist aus ihrer Sicht einfach größer und bedrohlicher. Auch die Freude auf etwas für den Hund besonders Schönes und Angenehmes kann zu Zittern führen, ebenso Spiel und Spaß, aber auch die Angst beim Tierarzt.

WORAN ERKENNE ICH, OB MEIN HUND ÜBERMÄßIG ZITTERT?

Zittern ist also zunächst einmal kein Grund zur Aufregung. Dauert das Zittern allerdings länger als gewöhnlich oder hat zunächst unersichtliche Ursachen, kann das eine ernstzunehmende Ursache haben. Generell gilt es dabei, Zittern von Krämpfen zu unterscheiden. Während des Zitterns ist der Hund ansprechbar und versucht Augenkontakt zu seinem Besitzer aufzunehmen. Bei Krämpfen, die im Übrigen mehrere Minuten anhalten können, ist der Hund abwesend und hat keine Kontrolle über sich. Wir haben 10 Gründe zusammengestellt, warum ein Hund zittern kann und dazu Informationen darüber, wann das Zittern harmlos ist und wann eventuell ein Gang zum Tierarzt geraten wäre.

11 GRÜNDE WARUM HUNDE ZITTERN

Hunden geht es in diesem Fall ganz genauso wie Menschen: Sie verarbeiten im Schlaf, was sie erlebt haben. Hatte der Hund einen „tollen Tag“ mit einem ausgiebigen Training, langem Herumtollen oder einem weiten Spaziergang, stellt sich das Zittern oft direkt nach der Aktivität ein. Die Muskeln brauchen einfach Zeit, um wieder zur Ruhe zu kommen. Im Schlaf setzt sich dieser natürliche Zitterreflex fort, die Pfoten bewegen sich als würde der Hund laufen, sogar die Augen und die Ohren bewegen sich bei besonders intensiven Träumen. Dieses Zittern und Zucken kann man schon bei Welpen circa ab dem sechsten Lebenstag beobachten. Dauert es nicht ungebührlich lange, ist es vollkommen harmlos und zeigt nur, dass der Hund die Erfahrungen des Tages verarbeitet.

Wie schon gesagt, neigen kleine Hunde und solche, denen die wärmende Unterwolle fehlt, zum Zittern bei Kälte. Chihuahuas oder Rehpinscher sind die besten Beispiele. Durch das Zittern steigt die Körpertemperatur. Allerdings reicht dieser natürliche Mechanismus nicht immer aus, um den Hund vor Unterkühlung und damit vor Erkältung zu bewahren. Kälteempfindliche Hunde sollten daher mit einem Hundemantel versehen Gassi gehen.

Natürlich empfinden auch Hunde Freude. Sie zeigen das deutlich durch Schwanzwedeln, Hochspringen, Tänzeln, Bellen – und manche auch durch Zittern. Dieses Zittern entspricht sozusagen den Freudenschauern, die auch uns Menschen überlaufen und ist unbedenklich. Allerdings kann es Auslöser für einen unerwünschten Lerneffekt sein: Merkt der Hund, dass der Mensch sich über so viel Freude freut und noch mehr Leckerli oder Streicheleinheiten gibt, lernt der Hund, dass Zittern gut ist, um Belohnungen zu erhalten. Er setzt dann das erlernte, künstliche Zittern gezielt ein, um Aufmerksamkeit zu erhalten. Sollten Sie Anzeichen eines solchen „Lernprozesses“ feststellen, sollten Sie mit Belohnungen etwas restriktiver sein.

Wenn ein Hund vor Angst zittert, zeigt er meist noch einige weiter Anzeichen von Anspannung, die deutlich darauf hinweisen, dass im Hundeleben gerade etwas gar nicht in Ordnung ist: Die Rute wird zwischen die Hinterläufe geklemmt, der Körper geduckt, die Ohren angelegt und im schlimmsten Fall werden auch noch die Zähne gefletscht. Auslöser für solche Reaktionen können beispielsweise fremde Menschen, andere Hunde oder laute Geräusche im Straßenverkehr sein. Als Hundehalter sollten Sie in der akuten Situation den Hund schnell in eine sichere und gewohnte Umgebung bringen und unbedingt Ruhe bewahren. So zeigen Sie, dass alles in Ordnung ist. Werden Sie hingegen selbst nervös, überträgt sich das auf den Hund.

Eventuell hat die Angst nicht nur etwas mit der Körpergröße zu tun (kleine Hunde fühlen sich eher von der großen Welt bedroht als große), sondern ist die Folge mangelnder oder schlechter Sozialisierung. Im Idealfall führen Sie daher schon den Welpen behutsam an entsprechende Situationen heran, damit er lernt, dass sie nichts Ungewöhnliches oder gar Bedrohliches sind. Aber auch ältere Hunde sind in dieser Hinsicht lernfähig.

Wobei: Ähnlich wie das Zittern vor Freude kann auch das Zittern vor Angst „antrainiert“ werden. Indem Sie dem Hund übermäßig viel Mitleid und Zuwendung zuteilwerden lassen, wenn er vor Angst zittert, setzen viele Hundehalter ein völlig falsches Signal. Statt den Hund zu beruhigen, signalisieren Sie ihm, dass die Angst berechtigt ist. Achten Sie daher darauf, souverän, ruhig und gut gelaunt zu bleiben. Da sich der Hund an seinem Menschen orientiert, ist das der beste Weg, ihm die Angst zu nehmen.

Auch Hunde werden alt. Und mit dem Alter kommen die gleichen Wehwehchen wie sie auch uns Menschen plagen. Die spontanen Muskelzuckungen können auf eine Arthrose hindeuten. Es ist also gut, mit einem älteren Tier öfter mal zum Tierarzt zu gehen.

Ja, auch Hunde können unter Epilepsie leiden. Bei etwa zwei Prozent aller Hunde soll diese Erkrankung des Gehirns auftreten. Besonders betroffen sind Beagle, Berner Sennenhund, Schäferhund, Golden Retriever oder Labrador. Bei einem epileptischen Anfall krampfen die Gliedmaßen des Tieres und es verliert vollkommen die Kontrolle über seinen Körper. Ein Anfall kündigt sich meist durch Unruhe, erhöhten Speichelfluss und Erbrechen an. Manche Hunde jaulen oder bellen auch. Es folgt der eigentliche Anfall, der sogar zur Bewusstlosigkeit führen kann. Klingt der Anfall ab, gehen die Zuckungen langsam zurück, der Hund scheint verwirrt, es kann sein, dass er für den Moment die Kontrolle über Magen und Darm verliert. Oft zeigt er auch großen Durst und Hunger. Epilepsie ist nicht heilbar, die disziplinierte, regelmäßige Einnahme von Medikamenten vermindert jedoch die Häufigkeit der Anfälle.

Auch Parkinson kann bei Hunden auftreten. Durch den Verlust oder Mangel des Neurotransmitters Dopamin in den Nervenzellen können sich Muskeln und Körper nicht mehr harmonisch und flüssig bewegen. Die Krankheit äußert sich in steifen oder unkontrollierbaren Muskeln, Schwierigkeiten beim Halten des Gleichgewichts und Zittern. Während Parkinson bei Menschen eher im Alter auftritt, sind bei Hunden oft junge Tiere betroffen, die erblich vorbelastet sind. Heilung gibt es derzeit nicht, aber die Symptome können bei entsprechender Behandlung gelindert werden.

Im Übrigen können auch Nierenversagen und neurologische Erkrankungen wie Schlaganfälle, Gehirnschläge, Gehirntraumata und verschiedene Koordinationsstörungen, aber auch Hitzschläge von Zittern begleitet werden.

Vor allem bei großen Hunden wie Irish Setter, Deutsche Dogge und Dobermann kann sich der Magen einmal um die Längsachse drehen. Risikofaktoren sind beispielweise ein lockerer Halteapparat des Magens oder ein tiefer Brustkorb. Aber auch Stress oder verschluckte Luft kommen in Frage. Eine Magendrehung kann zum Tod des Tieres führen, wenn sie nicht behandelt wird. Das Zittern wird in diesem Fall durch die Schmerzen und den Schock ausgelöst. Weitere Symptome sind Unruhe, Kreislaufprobleme und Blähbäuche. Manche Hunde würgen auch ohne erbrechen zu können. Da auch simple Bauchschmerzen Zittern auslösen können, ist die Diagnose nicht ganz einfach. Im Zweifel sollte der Gang zum Tierarzt schnellstmöglich erfolgen.

Die Staupe kann außer Hunden auch Marder, Otter, Füchse, Waschbären, Wölfe oder Seehunde befallen und überträgt sich über Exkremente oder Speichel infizierter Tiere. Hunde sollten generell gegen diese seltene, aber gefährliche und oft zum Tode führenden Viruserkrankung geimpft werden. Die Staupe führt zu Krampfanfällen, sie schädigt das Gehirn und greift Nervensystem, Magen-Darm-Trakt und Atemwege an. Begleiterscheinungen sind neben Durchfall Appetitlosigkeit, Erbrechen, Atemnot, Fieber, Lähmungen, Husten, Nasenausfluss und Verhornungen an Nase und Pfoten. Gibt es nur den kleinsten Verdacht, sollte der Tierarzt umgehend aufgesucht werden.

Es klingt wie ein Witz, ist aber leider keiner: Vor allem weiße Hunde und besonders West Highland White Terrier, Pudel und Malteser leiden am Shaker Syndrom. Diese merkwürdige neurologische Erbkrankheit lässt den Hund am ganzen Leib zittern und zunehmend in Orientierungslosigkeit verfallen. Markant sind die schnellen Augenbewegungen. Die Krankheit wirft noch viele Fragen auf, lässt sich jedoch mit Medikamenten behandeln. Manchmal genügt eine Behandlung, manchmal muss das Tier lebenslang behandelt werden.

Fieber, Herzkreislaufbeschwerden, Durchfall, Bauchkrämpfe, Erbrechen, starker Speichelfluss, Atemnot, Unruhe sowie Blut in den Exkrementen und dem Erbrochenem – all das können Anzeichen einer Vergiftung sein. Auslöser können giftige Pflanzen sein. Aber auch Lebensmittel wie Zwiebeln, Weintrauben, Schokolade, Süßstoff und Alkohol können bei Hunden zu Vergiftungen führen. Sie sollten also darauf achten, dem Hund nach Möglichkeit nichts von diesen Lebensmitteln als „Leckerli“ zu verabreichen und ihn darauf trainieren, auf Ihre Befehle zu hören, damit er zurückweicht, wenn Sie den Eindruck haben, er schnuppere gerade an etwas Ungutem. Gegebenenfalls nehmen Sie den Hund bei Dunkelheit an die Leine. Zeigen sich dennoch Symptome einer Vergiftung, sollten Sie umgehend den Tierarzt aufsuchen.

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